Struktur des Studiengangs Informationsmanagement

Im ersten Studienabschnitt vermittelt das Studienprogramm den Studierenden Basiskompetenzen für das breite Berufsfeld des Informationsmanagements überwiegend in Form von Pflichtfächern. Es handelt sich hierbei um die Erarbeitung von theoretischen und praxisbezogenen Grundlagenkenntnissen im professionellen Management von Informationen, die auf verschiedensten Medien vorgehalten werden. Ein erheblicher Anteil des Pflichtbereichs im ersten Studienabschnitt umfasst die Erarbeitung von Kenntnissen der angewandten Informatik, insbesondere der Programmierung von Datenbanken. Daneben werden Kenntnisse im Bereich der Informationsrecherche und Informationserschließung vermittelt und es werden allgemeine Grundlagenfächer angeboten.

Bereits im ersten Studienabschnitt können die Studierenden anfangen sich zu spezialisieren. Im zweiten und dritten Semester wählen sie jeweils zwei von drei Wahlpflichtmodulen. Erst im zweiten Studienabschnitt, also nach dem ersten Pflichtpraktikum, erfolgt eine tiefere Spezialisierung. Dort gibt es kaum noch Pflichtfächer. Das breitgefächerte Angebot an aufeinander aufbauenden Wahlpflichtmodulen ist in folgende Kompetenzfelder aufgeteilt:

Bibliothek:
Studierende, die das Kompetenzfeld Wissenschaftliche Bibliothek belegen, qualifizieren sich für eigenverantwortliche Tätigkeiten in wissenschaftlichen Bibliotheken in Metadatenmanagement, Vermittlung von Informationskompetenz sowie systembibliothekarischen Aufgaben. Sie sind in der Lage, eine kleine Informationseinrichtung eigenverantwortlich zu leiten und dabei ergebnis- und teamorientiert und flexibel mit hoher Dienstleistungs- und Kundenorientierung zu arbeiten. Die Laufbahnbefähigung „Wissenschaftliche Dienste an Bibliotheken (Laufbahngruppe 2)“ kann verliehen werden.

Knowledge Services:
Das Kompetenzfeld Knowledge Services widmet sich Kernprozessen rund um Informationsdienstleistungen und Wissensarbeit. Es vermittelt grundlegendes Know-how zur Erfassung, Aufbereitung und Bereitstellung von Content, zum Marketing und Management von Informationsprodukten und -dienstleistungen sowie Methoden zum Informations- und Wissenstransfer.

Informationsdidaktik:
Im Kompetenzfeld Informationsdidaktik werden Konzepte zur Durchführung von Schulungen auf der Grundlage von didaktischem Grundwissen und einer Auswahl an Unterrichtsmethoden erstellt. In einem praxisorientierten Teilmodul führen die Studierenden diese Schulungen durch und reflektieren die Lehrtätigkeit. Sie wenden sich dabei an Studierende in Bibliotheken oder Mitarbeiter in Unternehmen.

Medienwissen:
Das Kompetenzfeld Medienwissen umfasst sowohl die Geschichte der Buchdruckkunst und der Printmedien als auch das Wissen über die Speichermöglichkeiten für audiovisuelle Medien. In diesem Bereich werden analoge und digitale Informationsträger in den Bereichen Fotografie, Audio, Film und Video hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften wie Auflösung und Wiedergabequalität, Lager -und Kopierfähigkeit sowie Weiterverarbeitung untersucht. Außerdem werden die Recherche und Dokumentation im Bereich der genannten AV-Medien thematisiert und entsprechende Regelwerke werden erörtert.

Data Science:
Im Kompetenzfeld Data Science werden Module zum Information Retrieval, zu Text- und Datamining sowie die Anwendung dieser Methoden in wissenschaftlichen Einrichtungen angeboten. Dieses Kompetenzfeld soll einerseits auf die immer größer werdende Bedeutung von Text- und Datamining in der beruflichen Praxis von Informationsmanagern, insbesondere in wissenschaftlichen Bibliotheken vorbereiten. Andererseits soll dieses Modul auch auf Fächer in den Bereichen maschinelles Lernen, Retrieval, Datamining und Computerlinguistik in informationswissenschaftlichen Masterstudiengängen vorbereiten.

Web Information Management:
Im Kompetenzfeld Web Information Management geht es um die Entwicklung, Optimierung und Vermarktung komplexer Online-Angebote. Es umfasst die Realisierung multimedialer und hoch interaktiver Internet-Projekte genauso wie die Überprüfung und Verbesserung der User Experience sowie das Online-Marketing.

Die Aufteilung der Module in Kompetenzfelder soll erstens eine Vielzahl an Studienverläufen ermöglichen. Zweitens soll die Gruppierung der Wahlpflichtfächer in größeren zusammenhängenden Kompetenzfeldern dazu führen, dass alle Studierende in zwei Bereichen vertiefte Kenntnisse erwerben.

Von den 15 möglichen Kombinationen werden elf im Stundenplan unterstützt, da sie zu am Arbeitsmarkt nachgefragten Berufsprofilen führen. Die restlichen vier Kombinationen sind aus Kapazitätsgründen nicht möglich.

Kombinationen:
Bibliothek und InformationsdidaktikKlassischer Bibliothekar der Schulungen übernimmt
Bibliothek und MedienwissenBibliothekar mit Spezialisierung auf Musik, AV-Medien oder historische Bestände
Eventuell auch Museum oder Archiv
Bibliothek und Data ScienceBibliothekar mit IT-Kenntnissen
Systembibliothekar
Knowledge Services und MedienwissenInformationsmanager im Unternehmen mit Fokus auf den Einsatz von verschiedenen Medien
Knowledge Services und Data ScienceTechnisch orientierter Informationsmanager
Forschungsdatenmanagement
Mitarbeit in der Datenanalyse, Business Intelligence, Monitoring usw.
Knowledge Services und Web Information ManagementTechnisch orientierter Informationsmanager
Webentwickler
Informationsdidaktik und MedienwissenMediendidaktiker
Informationsdidaktik und Web Information ManagementDidaktischer Einsatz von Webtechnologien
e-Learning
Medienwissen und Data ScienceMitarbeit in Digitalisierungsprojekten
Forschungsdatenmanagement
Technische Aufgaben in Bibliotheken und Archiven mit AV-Beständen
Medienwissen und Web Information ManagementAufbereitung von medialen Inhalten für das Internet
Online Marketing
Verlage
Data Science und Web Information ManagementTechnisch orientierte Informationsmanager an der Schnittstelle vom Informationsmanagement und Systementwicklung
Datenbankmanager
Lerninhalte der einzelnen Kompetenzfelder:
Grafik zu den Lerninhalten der einzelnen Kompetenzfelder
(zum Vergrößern, bitte anklicken)